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Eure Saba

(von Saba, "Silvester 2016/2017", 16.1.17)
Jetzt haben wir heute schon den 16.1. und es ist erst 14 Tage her, seit wir auseinander geströmt sind, hinein ins Schneegestöber (wir zumindest) und gefühlt, als wären wir auf einem anderen Planeten gewesen. Eingebettet in klirrende Kälte und bizarre Eiskristallstrukturen in sanft geschwungener Landschaft rund um den Hof der Sinne. Die doch kurzen Momente in dieser verzauberten Welt sind mir so einprägsam in Erinnerung wie Blitzlichter aus dem All. Das Finden der Plätze für Kerzenspirale und Feuerkorb und den Weg von oben hinunter in diese „0 Uhr Atmosphäre“ des Übergangs von 2016 ins 2017.

2016 haben wir im Feuer verbrannt. Jedes beschriebene Papier auf seine Weise. Nachdem Jeder sein Zeug zum Schlaflager gebracht und seinen Platz zum Nächtigen gefunden, gemeinsam die Hausordnung studiert und ein paar köstliche Weihnachtsplätzchen von Bettina gefuttert hatten, sind wir dann zum Kennenlernen in den mit Ofen beheizten Seminarraum und haben erstmal getanzt, eine kleine In-Dir-Ankommen-Meditation und eine Vorstellungsrunde hat schon mal eine wohlige Atmosphäre zwischen angenehmen und sympathischen Menschen geschaffen. Ein nährender Abend geht zu Ende und Alle fallen ins Bett, um auf jeden Fall die Morgen-Medi mit zu bekommen, bevor das reichhaltige Frühstücksbuffet geplündert wird.

Eine Zeitreise durch das Jahr 2016 vertieft noch einmal die Erinnerungen und lässt uns auf der Skala von minus 10 bis plus 10 unsere Erlebnisse, Highlights und Unwegsamkeiten des vergangenen Jahres nachempfinden. Ja sagen zu dem was war, es annehmen und anerkennen, um in das neue Jahr mit gestalterischer Kraft und herzoffener Liebesfähigkeit einzutreten, einen guten Teppich für das Bevorstehende auszurollen und dem noch Unbekannten wohlwollend zu begegnen. Das war sehr wertvoll für mich.

Warm eingepackt, mit den beschriebenen Zetteln und Kerzen in der Hand, begibst Du Dich in die dunkle, raue Nacht, immer noch etwas verwundert, was es damit so auf sich hat. Dann tritts Du um die Ecke, Du erspähst die Lichterspirale aus vielen Kerzen und den Feuerkorb, dessen Flammen nur darauf warten, die Themen des alten Jahres zu verzehren. Im Kreis übergibst Du ihn den lodernden Flammen und beschreibst Deinen Titel für 2016 und Alle sind dabei, sind mit Dir.

(Mein Wunsch, Inspiration und Impuls für 2017 liegt oval in Gelb auf meinem Schreibtisch und ich spicke immer mal wieder, was sich noch dahinter verbirgt).

Kaum zu glauben, dass wir die Nacht noch in verrücktesten Kostümen unserer Party „Sexy, Schräg und Schrill“ alle Ehre gemacht haben. War das zum Schreien, wie R. als Blondine im Minikleid roten Lippen und x- Beinen die Empore herunter kam, und mit einem Ah-Laut seine exaltierte Weiblichkeit zur Schau stellte, während andere noch verzweifelt nach originellen Dingen Ausschau hielten und mit Netzanzug und rotem Pickelhut, Piratenklappe und Handtäschchen, Seidenrüschenbluse und dem Nigligée seiner Großtante furore machte, entzündete sich schallendes Gelächter als Rainer im gelbrosa Badeutensil, rosa Perücke und dem pinkfarkenden Isisschleier sein wildestes Tanzbein schleudert. Einfach Klasse, beeindruckend und voller Erlebnishunger, wo doch schon nach den köstlichen und festlichen Speisen des Silvesterbuffets in elegantem Gewande und dem Sekt zu Mitternacht Alle meinten, bereits seeehr müde zu sein. Wir hatten ja schließlich zuvor schon ausgelassen Wiener Walzer, Tango und Buggi etc. getanzt. Mit einem Super Musik-Mix war es wirklich eine gelungene Party bis nachts um 3.

Einige haben sich dann doch zum Nächtigen ihre Matratze in den Seminarraum geholt und so wurde es dann auch irgendwann still. Gemütlich kuschelig und in einer Atmosphäre von Vertrautheit und Neugier sind wir in tiefe Träume versunken.

Es gab tatsächlich am Neujahrsmorgen so ein jungfräuliches Empfinden (in mir), wie Ihr alle in Weiß gekleidet im Seminarraum standen, ich hatte weiße Rosen in 2 Vasen und eine weiße Jahreskerze versteckt. Wie von selbst formierte sich der Altar und Ihr alle im Halbkreis davor. Es war so feierlich und Eure tantrischen Symbole warteten darauf, vom Tablett gehoben und geweiht zu werden. Jedes mit eigener Geschichte und so berührend von jedem / jeder vorgestellt. Vielen Dank für diesen Zauber. Die tiefe dieses spirituellen Rituals haben wir alle gespürt und das feine Wahrnehmen genossen. Jetzt war das Jahr geweiht und der Raum für das König-Diener-Ritual geöffnet. Wobei diese Bezeichnung immer dazu verleitet, dass ein König ja zu herrschen hat und die Diener zu tun haben, was König so wünscht. Nein, es war Zeit für die Hingabe und das Empfangen von Geschenken wie zärtliche Berührungen, Massage, Gehalten-, Getragen-Werden, ein Wunschkonzert der Sinne. … Und es wurde gelost, wer sich zu welchem König gesellt, damit dem Zufall auch eine Aufgabe zuteil wird, eine Mixtur der besonderen Art und neuer Erfahrungen. Spannend auch, dass es eine Frauen- und eine Männer-Gruppe ergab. Für einige eine ganz neue und wertvolle Erfahrung.

Für jeden war ein Schatz dabei, eine Erfahrung, beglückend, berührend, nährend, irritierend, lustvoll, erlösend, befreiend, erschütternd, wohltuend…. Zwischendurch immer wieder ins bekannte Nest zurück zum Teilen, bevor dann die nächsten Könige an der Reihe waren.

Und schließlich werden die Erfahrungen des Abschiednehmens geteilt und erlebt, wie es ist, wenn ein so wohlig empfundenes Nest bald verlassen werden muss und jeder wieder in sein Zuhause zurückkehrt. Wie aus einer Welle der Wehmut auch wieder eine Woge von Dankbarkeit und Liebe wird. Jeder fühlt in sich hinein, spürt sich Selbst in dieser Inszenierung. Für mich ein wunderschöner Jahreswechsel und eine mehr als erlebnisreiche Gruppenerfahrung.

Ich danke Jedem von Euch, der den Mut, die Lebensfreude und die inspirierende Fülle mit uns geteilt hat. Ich danke für all die wertvollen und lehrreichen Erfahrungen, die ich und wir mit Euch machen durften und die vielen wunderschönen und warmherzigen Umarmungen.

Nun freue ich mich auf das, was wir noch vor uns haben. Euch allen ein kraftvolles Jahr 2017

Eure Saba

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